Rückblick: Heute vor 50 Jahren wurde in Boston Sportgeschichte geschrieben

April 19, 2016

 

Heute vor 50 Jahren wurde beim Boston-Marathon Sportgeschichte geschrieben. Der Boston-Marathon ist der Marathonlauf mit der längsten Tradition nach den Olympischen Spielen. Er findet jährlich am Patriots’ Day, dem dritten Montag im April, im US-Staat Massachusetts mit Start in Hopkinton und Ziel in Boston statt. Der erste Lauf fand hier am 19. April 1897, etwa ein Jahr nach dem Marathon bei den Olympischen Spielen 1896 in Griechenland, statt. Es waren seinerzeit 15 Athleten am Start.

Am 19. April 1967 startete der Boston-Marathon mit 740 Läufern. Es war ein bitterkalter Tag in Boston. Berufsläufer gab es noch nicht, wer das Ziel erreichte, wurde mit einer Schale Rinderbrühe belohnt. Frauen durften damals nicht bei Marathons antreten, es bestand das Vorurteil, dass sie für eine so lange Strecke zu schwach seien. Dennoch mischte sich seinerzeit mit Kathrine Switzer, eine Amerikanerin, die bereits im Training 50m km am Stück absolviert hatte, eine Läuferin in das Teilnehmerfeld. Zuerst konnte sie die ersten Kilometer unbemerkt laufen, doch dann flog der „Schwindel“ auf. Mit Gewalt versuchten die Organisatoren sie von der Strecke zu drängen, doch die Läuferin konnte sich durchsetzen und den Lauf zu Ende führen. Ihre damalige Zeit von über 4 Stunden würde heute zwar nicht mehr für eine vordere Platzierung reichen, aber Sportgeschichte hatte sie als erste Marathonläuferin unzweifelhaft geschrieben.

Die bekannteste Sportlerin aus deutscher Sicht, die am Boston-Marathon teilgenommen hat, ist Uta Pippig. Sie war die erste Frau, die den Lauf dreimal in Folge (1994, 1995, 1996) gewann. Zuvor waren bereits die bundesdeutschen Läuferinnen Liane Winter (1975) und Charlotte Teske (1982) siegreich gewesen. Der einzige deutsche Mann, der das Rennen für sich entschied, war Paul de Bruyn 1932. Auch der Terror machte vor dem Boston-Marathon nicht halt. Beim Marathonlauf am 15. April 2013 wurden zwei Bombenanschläge verübt. Dabei wurden drei Menschen getötet und über 260 Personen teilweise schwer.

Bei der gestrigen 120. Auflage des Boston-Marathons siegten Lemi Berhanu Hayle (2:12:45 h) und Atsede Baysa (2:29:19 h) aus Äthiopien. Die für die LG Braunschweig startende Äthiopierin Fate Tola wurde Achte. Das Bild zeigt Jutta Karsch (rechts), die heute noch den Vereinsrekord im Marathonlauf hält.

 

 

Anbei die Ewige Bestenliste des OTB im Marathon bei den Damen.

Marathon (42,195 km)

 

 

 

2:47,52 Jutta Helmich 61 1986

2:58,43 Stefanie Queren 78 2014

3:01,06 Christin Kulgemeyer 78 2014

3:04,54 Frauke Loxtermann 67 1997

3:17,21 Sabine Hovest-Zagratzki 62 1996

3:19,45 Doris Ostermann 67 1999

3:28,49 Anita Hoveling 57 2000

3:28,56 Cornelia Hoveling 68 1987

3:33,03 Petra Kütemann 59 2014

3:33,40 Veronika Bode 55 1985

3:39,19 Bettina Raffel 64 2003

3:56,50 Claudia Schmelzer 73 2015

4:04,20 Gabriele Rath 53 2001

4:08,20 Claudia Seher 52 1999

 

 

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