DM-Vorschau (und Rückblick auf vergangene Jahrzehnte)

June 15, 2016

 

Am 18./19. Juni finden in Kassel die Deutschen Leichtathletikmeisterschaften statt. Mit vier Einzelstarts und einer Staffel ist der OTB in Kassel gut vertreten und versucht an die sehr guten Ergebnisse des Vorjahres anknüpfen. Als Fotograf wird vom OTB Konrad Stöhr in Kassel vor Ort sein.

 

400m Hürden Damen 

Tina Böhm: 400mH - Qualifikationsnorm: 62,40

Jahresbestzeit: 61,99 Sek.

Nach sieben Jahren Verletzungspause schaffte Tina Böhm in diesem Jahr mit 61,99 Sek. auf Anhieb die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften über 400m Hürden. Über die zugleich kräftezerrende und technisch anspruchsvolle Stadionrunde mit den 10 Hürden über die Stadionrunde darf die Teilnahme an der DM schon als Erfolg gewertet werden. Tinas Ziel ist es, erneut unter 62 Sekunden zu laufen. Für Osnabrücker Leichtathletinnen haben die 400m Hürden eine große Tradition, da mit Petra Kleen und Sarah Kuhlmann in der Vergangenheit bereits zwei Athletinnen den Sprung in das Finale geschafft haben. Trainer Michael Karsch hofft, dass Tina nach ihren vielen Bestzeiten und bereits 2 Landestiteln in diesem Jahr auch in Kassel ihre unglaubliche Erfolgsserie fortsetzen kann.

 

Rückblick 400m Hürden Damen

1983 fanden die Deutschen Leichtathletikmeisterschaften im Bremer Weserstadion statt (24. Juni bis 26. Juni). Es war ein heißer Sommer und die westdeutsche Leichtathletik mit ihren Stars wie Ulrike Meyfahrt (2,00 Meter im Hochsprung), Zehnkämpfer Siggi Wentz (110mHürden) oder Erwin Skamrahl (20,44 über 200m) präsentierte sich im gut gefüllten Weserstadion überaus leistungsstark. Der spätere 800m-Weltmeister mit Kultstatus Willi Wülbeck holte in Bremen seinen 10. Titel in Folge und der Fürther Christian Haas stellte im Zwischenlauf über 100m mit 10,16 Sek. einen neuen Deutschen Rekord auf. Über 400m Hürden hatte sich die Osnabrückerin Petra Karsch (Bild) für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert. Nur zwei Wochen zuvor hatte sie in Oldenburg als Landesmeisterin erstmalig die 60-Sekunden-Schallmauer (59,87) unterboten. Im Vorlauf in Bremen holte die OTBerin dann alles aus sich heraus und schaffte dann sensationell den Sprung ins Finale. In diesem wurde sie später in einem klasse Feld Achte. Im Jahr darauf wurde sie in Göttingen zeitgleich mit ihrer Vereinskollegin Elke Peselmann erneut Landesmeisterin (61,05) und beide Läuferinnen starteten dann bei den Deutschen Meisterschaften in Stuttgart. 1986 wurden die Deutschen Meisterschaften dann im Berliner Olympiastadion ausgetragen. Damals startete für den OTB die Hürdenspezialsitin Elke Peselmann. Mit 60,29 Sek. zeigte sie sich in Berlin auf den Punkt topfit und verbesserte ihre bisherige Bestzeit. 1998 fanden die Deutschen Meisterschaften wieder in Berlin statt. Mit der Ostercapplerin Sarah Kuhlmann hatte sich wieder eine Läuferin aus der Region für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert. Im Vorlauf steigerte sich Sarah auf die Topzeit von 59,06 Sekunden – bis heute der aktuelle Regionsrekord. Weniger erfolgreich endete der Auftritt von Marie Zepter im vergangenen Jahr bei der DM in Nürnberg. An der dritten Hürde stürzte die LG-Athletin unglücklich und blieb somit ohne Chance auf Endlauf und Bestzeit.

 

Weltrekord: 52,34 Julija Petschonkina (Russland)  2003

Deutscher Rekord: 53,23 Sabine Busch                   1987

Landesrekord: 54,22 Silvia Rieger                            1998

Regionsrekord: 59,06 Sarah Kuhlmann                   1998

Stadtrekord: 59,87 Petra Karsch                               1983

Niedersächsische Jahresbestzeit: 57,86       Laura Gläsner        2016

 

 

5000m Männer

Philip Champignon: 5000m - Qualifikationsnorm 14:26,00

Jahresbestzeit: 14:22,96 Min.

Mit seiner Zeit von 14:22,96 Min. hat der OTB-Athlet in diesem Jahr bereits eine Bestleistung und einen neuen Stadtrekord aufgestellt. Da es über 5000m keinen Vorlauf gibt, ist Philip bereits für den Endlauf qualifiziert. Da 5000m-Rennen bei Meisterschaften oft taktisch gelaufen werden, lassen sich seine Chancen in Kassel schwer einschätzen. Ein Platz unter den ersten 10 Läufern wäre aber schon als super Erfolg zu werten. Derzeit liegt Philip auf dem 23. Platz der DLV-Jahresbestenliste. Philip war in diesem Jahr auch bereits über 10.000m bei der DM dabei und wurde dort 16.

Trainer Michael Karsch traut Philip in jedem Fall eine weitere Verbesserung seines Stadtrekordes zu.

 

Rückblick 5000m Männer

Ein Blick in die Osnabrücker Leichtathletikgeschichte über 5000m kann natürlich nicht ohne den vierfachen Deutschen Meister über 5000m und späteren 10.000m-Europameister Jan Fitschen auskommen. Doch in seiner Osnabrücker Zeit lief Fitschen in der Jugend- und Juniorenklasse eher die kürzeren Strecken von den 800m über die 1500m und 3000m. Daher taucht er über 5000m auch nicht in den Osnabrücker Rekordlisten auf. Anders dagegen der aus Breslau stammende Lehramtsstudent Eckard Woide, der in den 50er Jahren für den OTB startete und über 5000m auch Niedersachsenmeister wurde. Später lebte und lehrte Woide in der Grafschaft Bentheim und interessierte sich für Heimatkunde und Denkmalpflege. Nach seinem Tod im Jahr 2011 würdigte ihn die Stadt Nordhorn in besonderer Weise für sein bürgerschaftliches Engagement. In den 80er Jahren dominierten dann Helmut Schweer vom Post SV Osnabrück sowie Frank Lauxtermann die 5000m in Osnabrück, letzterer stellte 1991 in Lohne mit 14:30,3 Minuten auch den bis 2016 gültigen Stadtrekord auf. In diesem Jahr hat in Karlsruhe der OTBer Philip Champignon mit 14.22,97 Minuten diesen Rekord geknackt und damit die Norm für die Deutschen Meisterschaften in Kassel erfüllt. Außerdem stellte er damit den aktuellen OTB Vereinsrekord (bisher Marvin Karsch, 14.38,01 min) ein. Diese Zeit bedeutet zugleich eine Verbesserung seiner Bestleistung um 14 Sekunden. „Mit einer solchen Zeit von Philip habe ich aber gerechnet! Gerade hinten raus hat Philip noch einmal richtig gekämpft. Die letzte Runde unter 62 Sekunden - Wahnsinn"- zeigte sich Trainer Michael Karsch begeistert.

 

Weltrekord: 12:37,35 Kenenisa Bekele                              2004

Deutscher Rekord: 12:54,70 Dieter Baumann                  1997

Landesrekord: 13:37,0   Werner Girke                               1968

Regionsrekord: 14:04,0 Ulrich Hutmacher                        1976

Stadtrekord: 14.22,97 Philip Champignon                         2016                   

Niedersächsische Jahresbestzeit: 14:19,86 Karsten Meier

 

3000m Hindernis / 800m

 

Jana Palmowski: 800m, 3000mH - Qualifikationsnormen: 2:10,00 und 11:05,00

Jahresbestzeit: 2:09,96 Min.

Jahresbestzeit: 10:25,90 Min.

 

Jana Palmowski wird nach ihrer Rückkehr aus den USA in Kassel in jedem Fall über 3000m Hindernis an den Start gehen. In diesem Jahr stellte sie bereits mit 10:25,90 Min. einen neuen Vereins- und Regionsrekord auf und liegt aktuell auf dem siebten Platz in Deutschland. Im vergangenen Jahr wurde Jana mit damaliger Bestzeit von 10:42,93 Min. Achte. Diese Zeit und Leistung wird Jana auf jeden Fall unterbieten wollen. Da es nur einen Endlauf über 3000m Hindernis gibt, ist Jana auf jeden Fall im Finale dabei.

Über 800m ist ein Start in Kassel noch offen. Mit 2:09,96 Min. liegt Jana derzeit auf Platz 1 in Niedersachsen, hat aber die Quali für Kassel nur knapp geschafft. Die Vorläufe finden samstags statt, so dass ein Doppelstart möglich ist. Das Erreichen des Finales über 800m wäre ein super Erfolg.

Trainer Michael Karsch traut Jana über 3000m Hindernis auf jeden Fall ein Platz unter den ersten Acht zu.

 

Rückblick 3000m Hindernis Damen

Die 3000m Hindernisstrecke ist für die Damen noch eine relativ junge Strecke und wurde erst um die Jahrtausendwende erstmalig im offiziellen Wettkampfprogramm angeboten. Bei den Deutschen Meisterschaften 2001 in Braunschweig fand im Rahmenprogramm einer der ersten Läufe in Deutschland überhaupt statt und mit Doris Ferner war als erste niedersächsische Läuferin überhaupt auch eine Osnabrückerin dabei. Trainingsmöglichkeiten mit entsprechenden Damenhindernissen etc. gab es damals noch nicht, und so war die Osnabrückerin vor ihrem Start in Braunschweig auch noch nie über einen Wassergraben gelaufen. Wenige Jahre später leistete dann die Ostercappelerin und Orientierungsläuferin Kerstin Kahmann weitere Pionierarbeit und stellte 2004 wieder bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig mit 10:53,63 Minuten einen Regionsrekord auf. Jana Jungnickel von der LG Osnabrück setzte dann 2006 die Osnabrücker Hindernistradition fort, bevor die OTBerin Jana Palmowski in diesem Jahr in die Deutsche Spitze stürmte.

 

Weltrekord: 8:58,81 Samitowa Galkina (Russland)                  2008

Deutscher Rekord: 9:18,54 Antje Mödner                                 2009

Landesrekord: 9:43,28 Jana Sussmann                                   2011

Regionsrekord: 10:26,90 Jana Palmowski                               2016

Stadtrekord: 10:26,90 Jana Palmowski                            ´      2016

Niedersächsische Jahresbestzeit: 10:06,06 Antonia Hehr     2016

 

4 x 400m Männliche Jugend U 20

 

4 x 400m Jugend (Daniel Wieczorek, Leif Tönjes, Dominik Köpke, Leon Schröder, Tim Struckmann, Simon Preiss) - Qualifikationsnorm 3:32,00

Jahresbestzeit: 3:24,73

 

Über 4 x 400m tritt die Jugendstaffel des OTB/Ankum an, gleichfalls die Staffel der LG Osnabrück  Das OTB-Quartett erzielte beim Läuferabend in Gretesch kurzzeitig eine Deutsche Jahresbestzeit und unterbot dabei sogar die Zeit des Stadtkonkurrenten LG Osnabrück mit dem Deutschen Jugendmeister Fabian Dammermann. Andererseits sind bei den Jugendstaffeln die Chancen schwer abzuschätzen, zumal die großen Vereine aus Leverkusen, Wattenscheid, Chemnitz und Potsdam pp. ganz andere finanzielle Möglichkeiten haben. Momentan steht der OTB auf Platz 5, die LGO auf Platz 7 in der Deutschen Jahresbestenliste. Mittlerweile hat sich der OTB aber auch über 4 x 100m mit Platz 4 in der Deutschen Bestenliste unter den Top Teams etabliert. Sollte einer Osnabrücker Staffel der Sprung ins Finale gelingen, wäre dies ein großer Erfolg. Als Ziel hat Trainer Friedhelm Peselmann ausgegeben, dass zumindest die Bestzeit von 3:24,73 Min. unterboten werden soll.

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