Idealismus

Soviel Idealismus wie Familie Spierenburg für die Leichtathletik aufgebracht hat ist schon erwähnenswert. Im Frühjahr dieses Jahres buchte Familie Spierenburg für Anfang August 14 Tage Toscana. Sohn Tom trainierte fleißig beim OTB in der Gruppe von Pesi und sein Ziel für dieses Jahr war die Teilnahme an den Landesmeisterschaften Anfang September. Doch nach den ersten Wettkämpfen im Mai und Juni war klar, dass nicht mehr die Landesmeisterschaften sondern die Deutschen Schülermeisterschaften sein Highlight des Jahres werden sollte. Aber...jetzt kollidierte der Urlaub mit den „Deutschen“. Was tun? Der Familienrat tagte und die Entscheidung lautete: Tom und Papa Eric fliegen den Freitag vor den Deutschen zurück, so dass Tom Samstags die Staffel und den 100 m Lauf bestreiten kann und Sonntags seine Lieblingsdisziplin, den Dreisprung. Anschließend sollte es sofort zum Flughafen Münster zurück gehen um noch den Flieger nach Florenz zu erreichen. Mama Spierenburg und die drei anderen Kinder tummeln sich in der Zeit weiter in der Sonne und im Pool. So weit der Plan.

Eine Woche vor den Deutschen fuhr die ganze Familie in die Toscana und genoss erst einmal die Sonne. An dem besagten Freitag fuhren nun Vater und Sohn zum Flughafen ins etwa 50 Kilometer entfernte Florenz, scheckten ein und warteten darauf, dass sie in den Flieger gehen konnten. Dann eine Durchsage. Der Flug von Florenz nach Münster ist gekänzelt. Eric und Tom fiel die Kinnlade herunter und bekamen erst einmal keinen Laut über ihre Lippen. Das war ja wirklich dumm gelaufen. Keine Deutschen für Tom Spierenburg. Es half alles nichts. Zunächst einmal mußten sie mit Bahn und Bus zurück zur Ferienwohnung. Unterwegs überlegten sie, wie sie doch noch nach Bremen kommen konnten, damit Tom an seinen ersten Deutschen Meisterschaften konnte. Und sie hatten eine Idee. Mit dem Auto zurück nach Osnabrück fahren. Nur.... Mama Sylke mußte von diesen Plan noch überzeugt werden. Aber dieses gelang ihnen und gegen 19 Uhr wurden die rund 1200 Kilometer nach Osnabrück in Angriff genommen. Unglaublich aber wahr; pünktlich zur Abfahrtszeit, Samstagsmorgen um 10 Uhr, erreichten sie Osnabrück. Eric fuhr nach Hause um den notwendigen Schlaf nachzuholen, Tom stieg zu seinen Staffelkameraden ins Auto und los ging die Fahrt nach Bremen. Abends ging es zurück nach Osnabrück um am anderen Morgen mit seinem mitlerweilen ausgeschlafenen Vater und mir wieder nach Bremen zu fahren. Mit einer neuen Bestleistung im Dreisprung und der wohlverdienten Urkunde für den 6. Platz fuhr das Trio gut gelaunt gen Heimat. Vater und Sohn Spierenburg legten sich zu Hause ein paar Stunden ab, bevor es Abends die Rückreise in die Toscana antrat.

Wie bekloppt (im positiven Sinne) muß man sein um sowas zu bringen. Ich aber meine, von solchen „Bekloppten“ müßten wir mehr haben.

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